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NABU Naturschutzzentrum Federsee
> Aktuell > aktueller Naturbeobachtungstipp

  Naturbeobachtung im August
Die ersten Vögel verlassen ihre Brutgebiete


Im August verlassen Braunkehlchen, Wiesenpieper, Feldschwirl, Feldlerche und Rohrammer ihre Reviere und ziehen langsam nach Süden. Dafür tauchen Durchzügler aus anderen Gebieten bei uns auf.
Auf den Wiesen kann man Rohrweihe, Rot- und Schwarzmilan, Mäusebussard und Turmfalke bei der Nahrungssuche beobachten.
Die Wiesen sind von Schmetterlingen und Heuschrecken bevölkert. Die hohen Stauden von Sumpfhaarstrang, Mädesüß, Engelwurz, Blut- und Gilbweiderich verblühen langsam.
Vom Federseesteg aus kann man die Fütterung der flüggen Rohrweihenjungen beobachten: Diese warten auf Büschen und fliegen hoch, um die gefangenen Mäuse im Flug zu übernehmen - ein tolles Schauspiel! Abends finden sich immer größer werdende Starenschwärme zum Schlafen im Schilf ein.
Auf dem Federsee werden die jungen Haubentaucher, Blässhühner und Höckerschwäne nach und nach selbstständig. Rastende Graureiher, dunkle Trauerseeschwalben und Lachmöwen sind zu beobachten. Auch Watvögel wie Waldwasserläufer, Flussuferläufer, Rot- und Grünschenkel stärken sich vor der Weiterreise am Federsee.
 

  Igel - jetzt auf Wanderschaft
Nicht jeder kleine Igel ist hilfsbedürftig

 
Daniel Schmidt
Schon im August bis in den Herbst hinein kann man ab Dämmerungseinbruch wieder Igel auf Nahrungssuche beobachten. Sie haben es auf Regenwürmer, Laufkäfer und andere Insekten abgesehen, um sich das nötige Fettpolster für den Winterschlaf anzufressen. Ein gutes Gehör und die exzellente Nase helfen beim Aufspüren der Beute. Ihr kräftiges Panzerknackergebiss wird sogar mit den harten Chitinpanzern der Käfer fertig.
Da die meisten Igel im August und September geboren werden, handelt es sich bei kleinen Tieren häufig um Jungigel. Aus Sorge wollen viele Tierfreunde einen im Herbst „herum irrenden“ Igel gleich mitnehmen und im Haus überwintern. Aber nicht jeder Igel braucht Pflege! Grundsätzlich dürfen nur hilfsbedürftige Igel in menschliche Obhut genommen werden. Dazu zählen verletzte und kranke Igel, außerdem verwaiste Igelsäuglinge. Jungigel mit einem Gewicht von unter 500 Gramm Anfang November sind fast immer hilfsbedürftig, daneben Tiere, die nach Wintereinbruch tagsüber herumlaufen. Der Finder sollte so schnell wie möglich Kontakt zu einer Igelstation oder einem Tierarzt aufnehmen.
 

  Heuschreckenkonzerte, Bienensummen und Schmetterlingsvielfalt
Reiches Insektenleben in den naturnahen Feuchtwiesen

 Schachbrettfalter
Jetzt im Sommer ist Hochsaison für Insekten. Jede Menge interessantes Kleingetier krabbelt auf den Stängeln, nascht hier an einem Blatt, saugt dort ein Schlückchen Nektar. Schmetterlinge gaukeln von Blüte zu Blüte, Schwebfliegen stehen vor einer Blüte wie ein Hubschrauber in der Luft, Heuschrecken verraten sich durch ihre rhythmischen Geräusche. Gut getarnte Krabbenspinnen lauern in den Blüten auf Beute. Die Wiese lebt!
Die pflanzliche Vielfalt auf den Riedwiesen rund um den Federsee bietet einer Vielzahl an Insekten Lebensraum und Nahrung. So kommen im Federseegebiet über die Hälfte der der Baden-Württembergischen Schmetterlingsarten vor: an die 70 verschieden Tagfalterarten und sogar 500 Nachtfalterarten. Darunter sind auch heute selten gewordene Arten wie der auffällige Schwalbenschwanz. Bei einem Besuch der Bannwaldwiese kann man den Tanz der Argusbläulinge erleben!
Im Hochsommer kommen die Heuschrecken in Konzertstimmung. Eine vielstimmige Geräuschkulisse aus Schnarren, Zirpen und rhythmischen Schwirren begleitet den Spaziergänger. Gut getarnt geben sich die Konzertmeister die Ehre. Bei den meisten Heuschrecken ist Geigen übrigens reine Männersache. Heuschreckenmännchen arbeiten mit einer Kodierung: Um zu verhindern, dass sich die Weibchen mit dem Falschen einlassen, hat jede Heuschreckenart ihre eigene „Sprache“. Unterschiedliche Tonhöhen und Rhythmen der Zirplaute verraten die Artzugehörigkeit.


 

  Spätblüher
Schlusslicht im Blütenreigen


Im Hochsommer ist die größte Blütenvielfalt auf den Feuchtwiesen vorbei. Trotzdem gibt es Arten mit einer besonders späten Blütezeit, die so genannten Spätblüher. Dies ist für eine durchgehende Nektarversorgung der Insekten besonders wichtig. Erst spät im Sommer blüht zum Beispiel eine besonders wehrhafte Schönheit, die Sumpfkratzdistel. Sie ist eine typische Pflanzen der Feucht- und Nasswiesen und wird bis zu zwei Metern hoch. Schon von weitem fallen ihre lila Blütenköpfe als auffällige Farbtupfer auf den nicht gemähten Wiesen ins Auge.
Ein weiterer "Spätzünder" unter den Blumen zeigt sich erst im Herbst in seiner vollen Pracht: Der Teufels-Abbiss. Seine hellvioletten kugeligen Köpfchen leuchten schon von weitem auf der frei gehaltenen Lichtung im Banngebiet Staudacher. Die Anordnung der vielen Einzelblüten zu einem kugeligen Köpfchen verstärkt die Schauwirkung noch: Er hat es auf bestäubende Insekten abgesehen.
Bereits im Mittelalter nutzten die Menschen die Heilkraft des Teufels-Abbiss bei Epilepsie und Pest. Selbst bei Gonorrhoe sollte er helfen. Heute wird er gegen Durchfall und zur Blutreinigung eingesetzt. Der seltsame Name kommt vom eigentümlichen Aussehen der Wurzel. Der Teufel soll sich, so glaubte man, über diese nützliche Heilpflanze so geärgert haben, dass er ihre Wurzel abbiss, um sie zu zerstören. Die Wahrheit ist natürlich, daß der Wurzelstock von unter her abstirbt und dadurch tatsächlich wie abgebissen aussieht.
 

  Libellen - auf gläsernen Schwingen
Liebesflug im Tandem


Norman Schiwora
Der Hochsommer ist die Zeit der Libellen - leicht beschwingt, mit filigran geäderten Flügeln patrouillieren sie durch ihr Revier. Sie können mit einer Geschwindigkeit von 50 Stundenkilometern durch die Luft jagen, abrupt stehen bleiben und dann ebenso plötzlich rückwärts weiter fliegen. Dabei können sie ihre beiden Flügelpaare sogar unabhängig voneinander bewegen! Die völlig an das Leben in der Luft angepasste Konstruktion des Libellenkörpers stand Pate für die Erfindung des Hubschraubers: stabile, längliche Flügel als Rotorblätter, eine kompakte Kanzel, ein schlanker Rumpf, lange Beine als Landekufen.
40 Libellenarten gibt es am Federsee. Als Larven leben Libellen im Wasser, häufig jahrelang, und häuten sich während dieser Zeit mehrmals, wenn die alte Larvenhaut zu eng geworden ist. Sie leben räuberisch: Ihre Beutetiere sind kleine Wasserinsekten wie Eintagsfliegenlarven. Diese überwältigen sie, indem sie eine unter den Körper geklappte Fangvorrichtung, die Fangmaske, abrupt hervor schleudern und das überrumpelte Beutetier packen. Erst die „fertige“ Libellenlarve verlässt das Wasser, kriecht an Pflanzenstängeln empor und durchbricht am Rücken die unscheinbar braune Larvenhaut. Solche verlassenen Häute kann man bei genauem Hinsehen an den Uferpflanzen einige Handbreit über der Wasserlinie entdecken. Die frisch geschlüpfte Junglibelle muss dann ihre noch zusammengefalteten Flügel aufpumpen und an der Luft härten, bevor sie startbereit ist.
 

  Spinnen - jetzt beobachten
Jäger und Fallensteller

 
Bildquelle NABU/Reufsteck
Wer im Hochsommer einen Morgenspaziergang macht, wird mit zauberhaften Kunstwerken belohnt – mit Tautropfen besetzte Spinnennetze, ungemein pfiffige Konstruktionen. Kreuzspinnen spannen große, stabile Radnetze, Trichterspinnen röhrenartige Trichter. Baldachinspinnen weben im Gebüsch einen Netzteppich, von dem “Stolperfäden” nach oben führen, die fliegende Beute zum Absturz bringen. Es lohnt sich, einer Kreuzspinne beim Spinnen zuzuschauen: Aus einer Spinndrüse am Hinterleib presst sie einen hauchfeinen, aus bis zu 600 Einzelfäden bestehenden Seidenstrang, läßt ihn vom Wind verdriften, bis er sich in der Nachbarschaft anheftet. Dann benötigt sie etwa eine Stunde, bis das Radnetz fertig ist und hat etwa 20 Meter Faden verbraucht. In der Mitte wartet sie nun auf Beute - pro Tag braucht sie etwa drei Fliegen.
Spinnen haben raffinierte Tricks erfunden, um an Beute zu kommen: Die Veränderliche Krabbenspinne kann ihre Farbe der Blütenfarbe anpassen, auf der sie lauert. Speispinnen können klebrige Spinnfäden “ausspeien” und diese wie ein Lasso über Mücken werfen. Die Springspinnen – sie sind nur 6 mm groß – pirschen sich an ein Insekt an und springen dann plötzlich zu. Jagdspinnen können nicht nur tauchen, sondern tatsächlich Fische fangen. Die raffinierteste Spinnenart ist jedoch der “Spinnenfresser”. Abends sucht er nach fremden Netzen und zupft dort an den Fäden. Wenn die Bewohnerin in Erwartung einer Beute herbeieilt, wird sie sofort gebissen und gelähmt.
 

  NABU-Naturschutzzentrum Federsee
Federseeweg 6
88422 Bad Buchau
Tel: 0 75 82 / 15 66
Fax: 0 75 82 / 17 78
eMail:
Träger des Naturschutzzentrums
Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU)
Landesverband Baden-Württemberg
 

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Sa, 19.08.17, 19:00
Natur am Federsee
Di, 22.08.17, 19:00
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Fr, 25.08.17, 19:30
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Sa, 26.08.17, 19:00
Natur am Federsee
Di, 29.08.17, 19:00
Führung in den Wackelwald

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gefördert nach dem Förderprogramm Landschaftspflege-richtlinie (LPR)
 


 

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