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NABU Naturschutzzentrum Federsee
> Aktuell > aktueller Naturbeobachtungstipp

  Tipps zur Naturbeobachtung im Oktober
Tiere und Pflanzen bereiten sich auf den Winter vor

Aussichtsturm am Federsee
Im Oktober sind die Vorbereitungen der Natur auf die kalte Jahreszeit unübersehbar. Durchziehende Vögel rasten in den Wiesen; an feuchten Stellen sieht man z.B. häufig Bekassinen. Einzelne Raubwürger beziehen ihre Winterreviere im Federseemoor. Die ersten Kornweihen - seltene Brutvögel der Tundra - sind im Federseemoor angekommen. Für sie ist das Federseemoor das wichtigste Winterquartier in ganz Mitteleuropa. Man kann sie bei der Mäusejagd beobachten.
Im Schilf kann man in den Morgen- und Vormittagsstunden kleinere Schwärme von Bartmeisen im Halmgewirr entdecken. Jetzt ist die beste Zeit, um diese Rarität zu sehen. Die ersten Blaumeisen und Zaunkönige wandern ins Schilfröhricht, sie werden hier überwintern. In der Dämmerung sind immer wieder Wasserrallen zu hören - ihr charakteristischer ferkelartiger Ruf verrät ihre Anwesenheit. Abends versammeln sich Starenschwärme zum Schlafen im Schilf.
Die Zeit des Wasservogelzugs beginnt. Verschiedene Entenarten, am häufigste Stock-, Tafel-, Reiher-, Krick- und Schnatterente rasten auf dem See, ebenso viele Höckerschwäne und Blässrallen. Neben Kormoranen, Haubentauchern und Graureihern entdeckt man häufig die auffallend weißen Silberreiher. Mehr Glück benötigt man für die Beobachtung eines Fischadlers oder einer Rohrdommel.
Im Banngebiet Staudacher fehlen bereits die Zugvögel unter den Singvögeln. Hiergeblieben sind Kohl-, Blau-, Tannen-, Sumpf- und Weidenmeise sowie Kleiber, Wintergoldhähnchen, Rotkehlchen und Zaunkönig, ebenso der Buntspecht. Auf der Lichtung am kleinen Rundsteg findet man die letzten lila Blüten des Teufelsabbiss.
 

  Igel - jetzt auf Wanderschaft
Nicht jeder kleine Igel ist hilfsbedürftig

 
Daniel Schmidt
Schon im August bis in den Herbst hinein kann man ab Dämmerungseinbruch wieder Igel auf Nahrungssuche beobachten. Sie haben es auf Regenwürmer, Laufkäfer und andere Insekten abgesehen, um sich das nötige Fettpolster für den Winterschlaf anzufressen. Ein gutes Gehör und die exzellente Nase helfen beim Aufspüren der Beute. Ihr kräftiges Panzerknackergebiss wird sogar mit den harten Chitinpanzern der Käfer fertig.
Da die meisten Igel im August und September geboren werden, handelt es sich bei kleinen Tieren häufig um Jungigel. Aus Sorge wollen viele Tierfreunde einen im Herbst „herum irrenden“ Igel gleich mitnehmen und im Haus überwintern. Aber nicht jeder Igel braucht Pflege! Grundsätzlich dürfen nur hilfsbedürftige Igel in menschliche Obhut genommen werden. Dazu zählen verletzte und kranke Igel, außerdem verwaiste Igelsäuglinge. Jungigel mit einem Gewicht von unter 500 Gramm Anfang November sind fast immer hilfsbedürftig, daneben Tiere, die nach Wintereinbruch tagsüber herumlaufen. Der Finder sollte so schnell wie möglich Kontakt zu einer Igelstation oder einem Tierarzt aufnehmen.
 

  Kletterakrobaten im Schilf
Jetzt Bartmeisen beobachten

 
Bartmeisenmännchen (Tom Dove)
Im Herbst ist die beste Zeit, Bartmeisen zu beobachten. Als typische Schilfbewohner sind Bartmeisen echte Kletterkünstler: Geschickt turnen sie durch das Gewirr der Stängel, gehen in die Grätsche oder hängen Kopf unter an den Halmen, um die Samenstände der Schilfhalme besser zerpflücken zu können. Auch auf dem Geländer des Federseestegs kann man sie jetzt beobachten, denn nach der Brutzeit sind sie wenig scheu.
Wer die außergewöhnlichen Akrobaten beobachten möchte, sollte sich vor allem in den Morgen- und Vormittagsstunden auf den Weg machen.
Bartmeisenmännchen sind auffallend apart mit ihrem grauen Kopf und den Flügelbinden aus Weiß, Schwarz und Hellbraun. Man erkennt sie an ihrem schwarzen "Bart" aus verlängerten Federn. Die Weibchen sind eher einfarbig zimtbraun.
 

  Im Herbst rasten seltene Zugvögel am Federsee
Gute Beobachtungsmöglichkeiten auf dem Federseesteg


Beobachtungsstandort Federseesteg
Jetzt im Herbst bietet der Federsee besonders interessante Beobachtungsmöglichkeiten für Naturfreunde. Der Vogelzug hat begonnen. Als Europa-Vogelreservat ist das Federseemoor Brut- und Rastgebiet für über 270 Vogelarten.
Zurzeit machen seltene Watvögel aus dem hohen Norden bei uns Rast. Sie verraten sich durch auffallende, melodische Rufe, darunter Rot- und Grünschenkel, Bruchwasserläufer, Flussuferläufer und Alpenstrandläufer.
Doch nicht nur Vogelspezialisten kommen auf ihre Kosten, aufmerksame Spaziergänger können auch schillernde Eisvögel entdecken, mit etwas Glück sogar einen durchziehenden Fischadler bei der Jagd über dem Wasser beobachten. Gelegentlich stehen auffällige schneeweiße Silberreiher statuenartig neben ihren grauen heimischen Kollegen am Ufer.
Im Schilf rasten verschiedene Rohrsänger und Rohrammern. In den Morgen- und Vormittagsstunden ist die beste Zeit, um die exotischen Bartmeisen zwischen den Schilfhalmen auszumachen. Dort klettern sie mit der Geschicklichkeit von Akrobaten an den Stängeln.
Langsam beginnt die Zeit des Wasservogelzugs: Verschiedene Entenarten - am häufigsten Stockente, Tafelente, Reiherente, Krickente und Schnatterente - sowie Kormorane und Haubentaucher rasten auf dem See. Daneben kann man Grau- und Silberreiher, Trauerseeschwalbe und Lachmöwe beobachten.
 

  Das Moor lädt zu stimmungsvollen Spaziergängen ein
Zauberhafte Herbstnebel

 
„O schaurig ist´s, übers Moor zu gehen…“: So beginnt das wohl bekannteste Gedicht der Annette von Droste-Hülshoff. Von Phantomen und Dünsten ist die Rede, das Moor zischt und knistert – das war noch vor 150 Jahren die Vorstellung über Moore. Die Beziehung der Menschen zum Moor war geprägt von Aberglaube und einem mühevollen Kampf mit diesem Lebensraum. Jahrhundertelang wurden Moore entwässert, um ihnen Flächen für die Landwirtschaft abzugewinnen.
Heute sind etwa 95 Prozent unserer Moore zerstört, die verbleibenden Moorreste zu kleinräumig, als dass ein Verirren möglich wäre. Längst gibt es am Federsee stabile Holzstege – und dennoch: Wenn über den Wiesen die Herbstnebel wallen, die Moorbirken nur noch schemenhaft zu erkennen sind... dann bekommt man den Hauch einer Ahnung, wie unheimlich Moore den Menschen waren!
 

  Wasservögel rasten auf dem Federsee
Ideale Beobachtungsmöglichkeiten auch seltener Arten


Derzeit halten sich zahlreiche Wasservögel auf dem Federsee auf.
Im Oktober beginnt der Wasservogelzug, der im November sein Maximum erreicht. Verschiedene Entenarten rasten auf dem Federsee. Neben Stockenten kann man am häufigsten die braun-grauen Tafelenten und die weiß-schwarzen Reiherenten beobachten, daneben die zierlicheren Krickenten und die Schnatterenten.
Auch Höckerschwäne, Kormorane, Haubentaucher und Graureiher rasten auf dem See. Besonders hübsche Wintergäste sind die Gänsesäger: Sie brüten in der Taiga und überwintern hier.
Am Ufer sind fast regelmäßig schneeweiße Silberreiher zwischen ihren grauen Kollegen auszumachen. Mit etwas Glück kann man sogar eine Rohrdommel entdecken - eine echte Rarität!
 

  Spinnen - jetzt beobachten
Jäger und Fallensteller

 
Bildquelle NABU/Reufsteck
Wer im Spätsommer und Frühherbst einen Morgenspaziergang macht, wird mit zauberhaften Kunstwerken belohnt – mit Tautropfen besetzte Spinnennetze, ungemein pfiffige Konstruktionen. Kreuzspinnen spannen große, stabile Radnetze, Trichterspinnen röhrenartige Trichter. Baldachinspinnen weben im Gebüsch einen Netzteppich, von dem “Stolperfäden” nach oben führen, die fliegende Beute zum Absturz bringen. Es lohnt sich, einer Kreuzspinne beim Spinnen zuzuschauen: Aus einer Spinndrüse am Hinterleib presst sie einen hauchfeinen, aus bis zu 600 Einzelfäden bestehenden Seidenstrang, läßt ihn vom Wind verdriften, bis er sich in der Nachbarschaft anheftet. Dann benötigt sie etwa eine Stunde, bis das Radnetz fertig ist und hat etwa 20 Meter Faden verbraucht. In der Mitte wartet sie nun auf Beute - pro Tag braucht sie etwa drei Fliegen.
Spinnen haben raffinierte Tricks erfunden, um an Beute zu kommen: Die Veränderliche Krabbenspinne kann ihre Farbe der Blütenfarbe anpassen, auf der sie lauert. Speispinnen können klebrige Spinnfäden “ausspeien” und diese wie ein Lasso über Mücken werfen. Die Springspinnen – sie sind nur 6 mm groß – pirschen sich an ein Insekt an und springen dann plötzlich zu. Jagdspinnen können nicht nur tauchen, sondern tatsächlich Fische fangen. Die raffinierteste Spinnenart ist jedoch der “Spinnenfresser”. Abends sucht er nach fremden Netzen und zupft dort an den Fäden. Wenn die Bewohnerin in Erwartung einer Beute herbeieilt, wird sie sofort gebissen und gelähmt.
 

  Exotische Silberreiher am See
Schneeweiße Gäste am Federseeufer


Bildquelle Franz Mertens
Im Herbst und Winter kann man am Federsee häufig größere Mengen schneeweißer Reiher beobachten: Silberreiher. Sie haben etwa die Größe eines Graureihers, sind aber schlanker und haben einen besonders langen Hals. Ihre reinweiße Farbe macht sie unverwechselbar.
Silberreiher sind keine Brutvögel am Federsee, jedoch im Winter und besonders zu den Zugzeiten regelmäßige Gäste. Häufig übernachten sie zu mehreren auf einer Insel am Nordufer des Sees an einem gemeinsamen Schlafplatz.
Beste Beobachtungsstandorte: Besucherplattform am Ende des Federseestegs (gegenüber liegendes Seeufer) sowie Aussichtsturm in der Mitte des Federseestegs (kanalabwärts, rechtes Kanalufer).
 

  NABU-Naturschutzzentrum Federsee
Federseeweg 6
88422 Bad Buchau
Tel: 0 75 82 / 15 66
Fax: 0 75 82 / 17 78
eMail:
Träger des Naturschutzzentrums
Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU)
Landesverband Baden-Württemberg
 

 

 

 
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