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NABU Naturschutzzentrum Federsee
> Aktuell > aktueller Naturbeobachtungstipp

  Naturbeobachtung im Juni
Feuchtwiesenblüte, Vogelnachwuchs, Froschkonzerte

 
Im Juni bieten die Feuchtwiesen dem Spaziergänger ein Feuerwerk an Farben. Blütenteppiche zaubern lila, rosa und gelbe Aspekte auf die Riedwiesen.
Überall in der Vogelwelt ist der Nachwuchs da: Die Bodenbrüter Braunkehlchen, Wiesenpieper, Feldschwirl und Feldlerche haben Junge im Nest. Über den Wiesen kreisen Rotmilan, Mäusebussard und Schwarzmilan, der Weißstorch stakt im Gras. Turmfalken rütteln in der Luft.
Im Röhricht kann man die Futterübergabe zwischen Männchen und Weibchen der Rohrweihe beobachten. Rohrammern, Rohrschwirle, Schilf- und Teichrohrsänger singen und füttern ihre Jungen. Die Wasserralle ruft wie ein quiekendes Ferkel.
Auf dem See führen Schwäne, Haubentaucher und Blässrallen ihre Jungen. Die Flussseeschwalben jagen elegant übers Wasser, man hört ihre kehligen Rufe.
Im Banngebiet Staudacher kann man vom kleinen Rundsteg aus das Fleischfarbene Knabenkraut und blühende Polster der rosa Moosbeere entdecken. Auch die Eiszeitpflanze Karlszepter blüht auf der Lichtung.
Nachts kann man am NABU-Teich beim Federseeparkplatz ein vielstimmiges Froschkonzert genießen. Zwischen den Baumwipfeln flattern Fledermäuse.
 

  Piepshow bei Familie Star
Live-Einblicke in einen Kamera-Nistkasten


Bildquelle Matthias Ritter
Im NABU-Naturschutzzentrum Federsee kann man wieder einer Starenfamilie live bei ihren Aktivitäten rund ums Familienleben zuschauen. Die Staren-Piepshow findet in einem Spezial-Nistkasten über der Tür des Zentrums statt. Nicht nur für Kinder ein spannendes Erlebnis!
Im Dach des Nistkastens sind eine Kamera und ein Mikrofon integriert. Damit kann man im Ausstellungsraum auf einem Monitor verfolgen, was im Ehe- und Familienleben der Starenfamilie so alles abgeht. Wie Vater und Mutter Star das Nest bauen, wie sie Eier legt, ob es auch bei Staren Ehekrach gibt, wie die Jungen schlüpfen und gefüttert werden - das kann man alles beobachten und mithören, ohne dass die Tiere gestört werden.
Am 10. April lag das erste Ei im Kasten, am 25.April schlüpfte das erste der sechs Jungen. Am 17.5. flog das letzte Junge aus.
Der zweite "Durchlauf" begann unmittelbar danach. Am 23.5. lag das fünfte Ei im Kasten!
 

  Der Kuckuck ist wieder da!
Frühlingsbote

 
Ab Mitte April ist überall im Ried der Kuckuck zu hören. 25 bis 40 Kuckuckspaare brüten am Federsee – beziehungsweise lassen brüten, denn der Kuckuck ist ein Brutschmarotzer: Das Kuckucksweibchen legt seine Eier in fremde Nester in der Hoffnung, dass die Vogeleltern diese unbemerkt ausbrüten und großziehen. Insgesamt ist in Europa bei 45 Wirtsvogelarten erfolgreiche (Kuckucks-)Jungenaufzucht bekannt. Dabei ist jedes Kuckucksweibchen auf eine bestimmte Wirtsvogelart spezialisiert, nämlich auf diejenige, von der sie selbst einst aufgezogen wurde. Am Federsee ist der Teichrohrsänger der bevorzugte Wirt.
Kuckucke arbeiten mit allen Tricks: Hat das Weibchen ein geeignetes Nest gefunden, entfernt sie ein Ei und legt ein eigenes hinzu. Nach einer extrem kurzen Bebrütungszeit von nur 11 – 12 Tagen schlüpft das Kuckucksjunge. Kaum geschlüpft, befördert es alle bereits geschlüpften Wirtsgeschwister oder Eier aus dem Nest. Etwa drei Wochen lang füttern es seine unfreiwilligen Adoptiveltern und sind bald wesentlich kleiner als ihr Stiefkind. Ein Kuckuck wird etwa 33 cm groß, seine Teichrohrsänger-Zieheltern nur 13 cm!
Wer meint, der Kuckuck mache sich ein leichtes Leben, irrt gewaltig. Während andere Vögel ihr Heim innerhalb weniger Tage errichten und mit der beschaulichen Brut beginnen, ist das Kuckucksweibchen ständig auf Achse. Sie muss geeignete Wirtsnester finden, deren Gelege noch nicht vollständig sind, damit die Eier noch nicht bebrütet sind. Da sie einkalkulieren muss, dass die Täuschung auffliegt, legt sie, über etwa 8 Wochen verteilt, wesentlich mehr Eier als „normale“ Vogelweibchen, insgesamt etwa 20 Stück!
 

  Orchideenblüte auf den Feuchtwiesen
Aparte lila Akzente

 breitblättriges Knabenkraut
Breitblättriges Knabenkraut
Im Mai und Juni blühen verschiedene Orchideenarten auf den feuchten Riedwiesen rund um den Federsee. Der beste Platz zur Beobachtung ist die vom Naturschutz frei gehaltene Lichtung im Banngebiet Staudacher, auf der neben dem Breitblättrigen Knabenkrauf (im Mai) und dem Fleischfarbenen Knabenkraut (im Juni) auch Raritäten aus anderen Pflanzenfamilien wachsen.
Zehn Ochideenarten wachsen im Federseeried. Sie profitieren von der Natur schonenden Bewirtschaftung der Feuchtwiesen am Federsee. Die späte Mahd ab Ende Juni ermöglicht es ihnen, zu blühen und sich auszusamen. Der Verzicht auf Gülledüngung schont die ursprünglich nährstoffarmen Moorstandorte. Auf überdüngten Standorten könnten sich Orchideen gegenüber Nährstoffliebhabern wie Löwenzahn und Süßgräser nämlich nicht durchsetzen. Von einer späten Mahd profitieren übrigens nicht nur seltene Feuchtwiesenpflanzen – auch am Boden brütende Vögel können dann gefahrlos ihre Jungen aufziehen.

 

  Libellen - auf gläsernen Schwingen
Liebesflug im Tandem


Norman Schiwora
Der Hochsommer ist die Zeit der Libellen - leicht beschwingt, mit filigran geäderten Flügeln patrouillieren sie durch ihr Revier. Sie können mit einer Geschwindigkeit von 50 Stundenkilometern durch die Luft jagen, abrupt stehen bleiben und dann ebenso plötzlich rückwärts weiter fliegen. Dabei können sie ihre beiden Flügelpaare sogar unabhängig voneinander bewegen! Die völlig an das Leben in der Luft angepasste Konstruktion des Libellenkörpers stand Pate für die Erfindung des Hubschraubers: stabile, längliche Flügel als Rotorblätter, eine kompakte Kanzel, ein schlanker Rumpf, lange Beine als Landekufen.
40 Libellenarten gibt es am Federsee. Als Larven leben Libellen im Wasser, häufig jahrelang, und häuten sich während dieser Zeit mehrmals, wenn die alte Larvenhaut zu eng geworden ist. Sie leben räuberisch: Ihre Beutetiere sind kleine Wasserinsekten wie Eintagsfliegenlarven. Diese überwältigen sie, indem sie eine unter den Körper geklappte Fangvorrichtung, die Fangmaske, abrupt hervor schleudern und das überrumpelte Beutetier packen. Erst die „fertige“ Libellenlarve verlässt das Wasser, kriecht an Pflanzenstängeln empor und durchbricht am Rücken die unscheinbar braune Larvenhaut. Solche verlassenen Häute kann man bei genauem Hinsehen an den Uferpflanzen einige Handbreit über der Wasserlinie entdecken. Die frisch geschlüpfte Junglibelle muss dann ihre noch zusammengefalteten Flügel aufpumpen und an der Luft härten, bevor sie startbereit ist.
 

  Die Wiesenapotheke ist eröffnet
Gegen alles ist ein Kraut gewachsen


Mädesüß
Im Juni und Juli blühen interessante Heilpflanzen auf den Riedwiesen rund um den Federsee: Mädesüß, Baldrian und Bittersüßer Nachtschatten.
Eine besonders auffällige Feuchtwiesenpflanze ist das Mädesüß, eine hohe Staude mit gelblich weißen Blüten. Der Name „Mädesüß“ stammt von der früheren Verwendung als Aromastoff für den Met, dem Honigwein der Germanen. Und tatsächlich riecht die Blüte süßlich-aromatisch. In der Volksheilkunde wurde diese Heilpflanze als Schweiß treibendes sowie Schmerz linderndes und Fieber senkendes Mittel eingesetzt, vor allem bei rheumatischen Erkrankungen. Tatsächlich wurde im Mädesüß eine Schmerz stillende Substanz nachgewiesen, nämlich den Grundstoff des Aspirins – welch´ günstige Kombination für reichlichen Metgenuss ohne unangenehme Folgen!
Eine besonders hübsche Heilpflanze kann man bei einem Spaziergang auf dem Federseesteg entdecken: der Bittersüße Nachtschatten mit seinen dunkel lila Blüten rankt sich wie eine Liane am Schilf empor, dem Licht entgegen. Sein Name rührt von der früheren Heilanwendung gegen nächtliche Alpträume („Nachtschaden“). Auch gegen Krebs kam diese Pflanze zum Einsatz. Heute ist sie in der Homöopathie als harntreibendes Mittel bekannt.
 

  Feuchtwiesenblüte am Federsee
Eindrucksvolle Blütenteppiche der Feuchtwiesenpflanzen


Eindrucksvolle Blütenteppiche seltener Feuchtwiesenpflanzen sind im Mai und Juni das charakteristische Merkmal der Wiesen rund um den Federsee. Aufgrund des kleinräumigen Mosaiks an Wasser- und Nährstoffverhältnissen und wegen der unterschiedlichen Bewirtschaftung der Wiesenparzellen blühen die Feuchtwiesen in den verschiedensten Farbtönen: Kräftig lila leuchten die Blütenteppiche der Bachkratzdisteln, durchsetzt mit den hellrosa Tupfen des Schlangenknöterichs, dem gelben Scharfen Hahnenfuß und den lila Blütenblättern der Kuckuckslichtnelke. An einigen Stellen kann man sogar vom Weg aus das Breitblättrige oder das Fleischfarbene Knabenkraut sehen, kräftig lila blühende Orchideenarten.
Etwas später im Jahr gesellt sich noch das Mädesüß hinzu, außerdem der Große Baldrian und die imposante Waldengelwurz.

i:
Aufgrund der Natur schonenden Bewirtschaftung kommen am Federsee noch viele Pflanzen der Roten Liste der Gefährdeten Tier- und Pflanzenarten vor.
 

  NABU-Naturschutzzentrum Federsee
Federseeweg 6
88422 Bad Buchau
Tel: 0 75 82 / 15 66
Fax: 0 75 82 / 17 78
eMail:
Träger des Naturschutzzentrums
Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU)
Landesverband Baden-Württemberg
 

Unsere nächsten Veranstaltungen
 
Di, 27.06.17, 20:00
Führung in den Wackelwald
Sa, 01.07.17, 19:30
Themenführung zum Federsee
Di, 04.07.17, 19:30
Führung in den Wackelwald
Fr, 07.07.17, 20:45
Batman live (Fledermaus-Abend)
Sa, 08.07.17, 19:30
Natur am Federsee

Weitere Termine im Veranstaltungskalender

gefördert nach dem Förderprogramm Landschaftspflege-richtlinie (LPR)
 


 

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