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NABU Naturschutzzentrum Federsee
> Aktuell > aktueller Naturbeobachtungstipp

  Naturbeobachtung im Februar
Die erste Frühlingsboten tauchen auf

Alpenblick vom Federsee
Sobald der Frost nachlässt, erscheinen die ersten Zugvögel. Als Kurzstreckenzieher haben sie in Südeuropa überwintert. Star, Feldlerche, Kiebitz, Drosseln, Finken und viele Wasservögel gehören dazu. Bei Kälteeinbrüchen treten sie notfalls den Rückzug an. Schon den ganzen Winter über sind Kornweihen hier (solange kein Schnee liegt). Abends versammeln sie sich an traditionellen Schlafplätzen.
Vom Federseesteg aus entdeckt man immer wieder Blaumeisen, die die Halme nach versteckten Insekten abklopfen - nahrhafte Tiefkühlkost, einwandfrei konserviert! Wenn der Frost nachlässt, hört man nun schon die ersten Wasserrallen. Diese versteckt lebenden Schilfvögel quieken wie kleine Ferkel. Abends kommen die ersten kleinen Starenschwärme zum Schlafen ins Schilf. Am Aussichtsturm des Federseestegs sind sie gut zu beobachten.
Ist der See offen, sammeln sich große Trupps Enten, Höckerschwäne, Haubentaucher und Gänsesäger auf dem See. An eisfreien Uferstellen stehen gelegentlich Grau- und Silberreiher. Auch die Große Rohrdommel kann mit etwas Glück entdeckt werden.
Im Banngebiet Staudacher kann man gemischte Schwärme verschiedener Vogelarten beobachten: Kohlmeise, Blaumeise, Tannenmeise, Sumpfmeise, Weidenmeise, Kleiber, Baumläufer und Wintergoldhähnchen suchen einträchtig nach Nahrung - Kälte macht friedlich!
 

  Gänsesäger sind zu Besuch
Auffällige Wintergäste aus dem hohen Norden am Federsee


Gänsesägermännchen - Dieter Haas
Einer der auffälligsten Vögel am winterlichen Federsee ist der Gänsesäger. Oft kann man ihn inmitten von Enten beobachten – Gänsesäger sind recht gesellig. Im Winter halten sie sich bevorzugt an fischreichen Seen auf. Ihre Hauptbrutgebiete liegen in der nordischen Taiga.
Die Männchen sind auffallend hübsch: der Körper überwiegend weiß mit einem zarten rötlichen Anflug auf der Unterseite, Kopf und Hals dagegen leuchtend schwarzgrün, die Schultern schwarz. Die Weibchen sind aschgrau mit rotbraunem Hals und Kopf.
Von Enten unterscheiden sie sich durch ihre schlankere Gestalt und den dünnen geraden Schnabel. Dieser ist vorne zu einem Haken gebogen und hat an den Seiten kleine Sägezähnchen - eine Anpassung an die Fischjagd, eine für Enten recht ungewöhnliche Ernährungsmethode!
Friert der Federsee zu, finden Gänsesäger hier keine Nahrung mehr und weichen auf offene Seen aus.
 

  Der Buntspecht
Holzhacker und Nussknacker


Buntspecht - Franz Mertens
In den Naturwäldern rund um den Federsee kann man viele Spechthöhlen entdecken. Wo Totholz nicht entfernt wird, finden die gefiederten Zimmerleute einen optimalen Lebensraum. Daher sind am Federsee verschiedene Spechtarten heimisch, z.B. Buntspecht, Schwarzspecht, Grünspecht und Grauspecht. Am häufigsten ist der Buntspecht. Im Sommer frisst er Insekten wie Ameisen, Blattläuse und Käferlarven sowie Spinnen. Vier Zentimeter weit kann er seine borstige Zunge hervor strecken und die Beute wie mit einer Harpunenspitze aufspießen. Im Winter frisst er vor allem Samen.
Mehr als jede andere Vogelart sind Spechte auf Holz angewiesen: Im Holz lebt ihre Nahrung, sie legen dort Vorratskammern, Schlafhöhlen und Kinderstuben an und verständigen sich per Holztelefon: Durch Klopf- und Trommelsignale. Ihre Bruthöhlen zimmern sie in stammfaulen Bäumen. Da Spechte jedes Jahr mehrere Höhlen bauen, sind sie die „sozialen Wohnungsbauer“ des Waldes. Verlassene oder halb fertige Spechthöhlen finden schnell dankbare Nachmieter: Meisen, Kleiber, Eulen, Hohltauben, Siebenschläfer, Wildbienen und Fledermäuse.
 

  Kormoran
Wintergast am Federsee

 Junger Kormoran
Nachdem er jahrzehntelang nur als seltener Gast auftauchte, gehört der Kormoran heute am Federsee wieder zu den regelmäßigen Durchzüglern und Überwinterern. Im September erscheinen die Kormorane aus ihren Brutgebieten. Bis Ende April sind sie dann vor allem auf den im Winter verwaisten Brutflößen der Flussseeschwalben zu sehen, wo sie nach Tauchgängen ihr Gefieder trocknen. Hier finden sie Ruhe und Schutz. Sie ernähren sich von den zahlreichen Kleinfischen des Sees. Allabendlich verlassen sie den Federsee, um an der Donau einen gemeinsamen Schlafplatz aufzusuchen.
 

  Vogelbeobachtungen im winterlichen Bannwald
Gemischte Vogelschwärme - Kälte macht friedlich!

 
Kleiber - Franz Mertens
Im Winter kann man im Bannwald Staudacher häufig gemischte Schwärme aus verschiedenen Meisenarten, Baumläufern und Kleibern beobachten. Einträchtig suchen Blaumeisen, Kohlmeisen, Sumpfmeisen, Haubenmeisen, Kleiber und Baumläufer in den Bäumen nach Nahrung. Was während der Brutzeit undenkbar wäre, macht die Kälte möglich. Häufige Streitereien wären jetzt im Winter eine unnötige und daher gefährliche Energieverschwendung. Ohnehin gibt es außerhalb der Brutzeit kaum etwas, um das man sich streiten müsste – schließlich geht es jetzt weder um Reviere noch um Weibchen, sondern ausschließlich ums Überleben! Um Konkurrenz zu vermeiden, haben sich die verschiedenen Vogelarten auf unterschiedliche Baumbereiche und Baumarten spezialisiert.
 

  Exotische Silberreiher am See
Schneeweiße Gäste am Federseeufer


Bildquelle Franz Mertens
Im Herbst und Winter kann man am Federsee häufig größere Mengen schneeweißer Reiher beobachten: Silberreiher. Sie haben etwa die Größe eines Graureihers, sind aber schlanker und haben einen besonders langen Hals. Ihre reinweiße Farbe macht sie unverwechselbar.
Silberreiher sind keine Brutvögel am Federsee, jedoch im Winter und besonders zu den Zugzeiten regelmäßige Gäste. Häufig übernachten sie zu mehreren auf einer Insel am Nordufer des Sees an einem gemeinsamen Schlafplatz.
Beste Beobachtungsstandorte: Besucherplattform am Ende des Federseestegs (gegenüber liegendes Seeufer) sowie Aussichtsturm in der Mitte des Federseestegs (kanalabwärts, rechtes Kanalufer).
 

  Kornweihen am Schlafplatz
Einer der seltensten Greifvögel überwintert am Federsee


Kornweihenweibchen - Jochen Dierschke
Zurzeit sind prominente Gäste zu Besuch am Federsee: Kornweihen, seltene Greifvögel, die regelmäßig im Federseeried überwintern. Sie kommen aus dem hohen Norden hier her. Der Federsee ist der bedeutendste Überwinterungsplatz für Kornweihen im südlichen Mitteleuropa. Eine Zählung Ende November ergab etwa 40 Tiere!
Die Männchen sind grau mit schwarzen Flügelspitzen, die Weibchen braun. Beide sind an ihrem typischen weißen Bürzel leicht zu erkennen. Der beste Beobachtungsstandort ist der Aussichtsturm des Federseestegs - häufig liegt der Schlafplatz nur einige Hundert Meter südöstlich davon. Ein weiterer Schlafplatz liegt in einer renaturierten Fläche im südlichen Federseeried. Dort wurden vor 15 Jahren im Rahmen eines EU-Förderprojektes wieder ausreichend hohe Moorwasserstände geschaffen.

zur Pressemitteilung
 

  NABU-Naturschutzzentrum Federsee
Federseeweg 6
88422 Bad Buchau
Tel: 0 75 82 / 15 66
Fax: 0 75 82 / 17 78
eMail:
Träger des Naturschutzzentrums
Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU)
Landesverband Baden-Württemberg
 

 

 

 
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